Drei Tote bei Wohnhausbrand in Friedberg 

 

19.01.2009 - Friedberg (ots) - Über 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten beim Wohnhausbrand und einem weitern Wohnungsbrand im Einsatz
Bei einem Wohnhausbrand sind am Montagabend drei Menschen ums Leben gekommen. Fünf Kinder im Alter zwischen zwei und elf Jahren wurden kurz darauf bei einem weiteren Wohnungsbrand aus der Wohnung gerettet. Die Kinder wurden durch Rauchgase leicht verletzt, zunächst ins Krankenhaus Friedberg verbracht und anschließend in Krankenhäuser nach Gießen und Frankfurt zur weiteren Beobachtung verlegt.

Am 19.01.2009, gegen 18.40 Uhr, wurde über Notruf ein Brand in einem Zweifamilienhaus in der Mainzer-Tor-Anlage gemeldet. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand das Gebäude bereits vollständig in Brand. Eine 89-jährige Hausbewohnerin konnte zuvor selbständig das Haus verlassen. Vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte versuchte sich ein 63-jähriger Hausbewohner noch mit einem Sprung aus dem Fenster zu retten. Er wurde in das Friedberger Krankenhaus verbracht, erlag aber kurz darauf seinen Verletzungen. Das Feuer breitete sich im Haus so schnell aus, dass für zwei weitere Hausbewohnerinnen jede Hilfe zu spät kam. Die Feuerwehr konnte nur noch die Leichen der 87- und 63-jährigen Frauen aus dem ausgebrannten Haus bergen. Ein Feuerwehrmann erlitt durch Rauchgasintoxikation leichte Verletzungen. Bei dem Brand waren ca. 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren und Rettungsdienste aus dem gesamten Wetteraukreis im Einsatz. Am Brandort wurden drei Fahrzeuge mit Drehleitern eingesetzt. Der entstandene Sachschaden wird auf mindestens 300.000 Euro geschätzt. Nach ersten Erkenntnissen und der Befragung der unverletzten 89-jährigen Hausbewohnerin sollte zum letzten Mal der Weihnachtsbaum im ersten Stock mit Wachskerzen erleuchtet werden. Dieser geriet nach ihrer Schilderung sofort in Brand und breitete sich über die Wohneinrichtung auf das gesamte Haus aus. Die Ermittlungen dauern an.

 
In der Mainzer-Tor-Anlage waren die Drehleitern aus Bad Nauheim, Bad Vilbel und Friedberg im Einsatz. Vor hier aus wurden beide Einsätze über den Einsatzleitwagen des Wetteraukreises durch Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann und seinen Stellvertreter Michael Kinnel geleitet.

 
Feuerwehrmänner mit der Drehleiter aus Bad Nauheim bei Nachlöscharbeiten. Zu diesem Zeitpunkt war es noch nicht möglich, die zwei noch vermissten Personen aus dem Gebäude zu bergen.

 
Schwierig gestaltete sich die Positionierung der Drehleiterfahrzeuge, da die Villa umringt war von mehreren größeren Bäumen. Die Notfallseelsorge um Sprecher Joachim Michalik war mit fünf Seelsorgern vor Ort und betreute Angehörige und Feuerwehrmänner.

 

Zweiter Brand fast zur gleichen Zeit

Gegen 19.20 Uhr gingen erneut zahlreiche Notrufe mit einem Hinweis auf einen weiteren Brand im Bereich der Hanauer Straße/Haagstraße ein. Beim Eintreffen der Rettungskräfte (Haus gehört zur Haagstraße) stand die Dachgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses (9 Wohnungen) in Flammen. Nach derzeitigem Sachstand waren die Eltern der Kinder im Stadtgebiet zu Erledigungen unterwegs. Die bisherigen Erkenntnisse ergeben Hinweise, dass die Kinder in der Wohnung "gezündelt" haben. Ein Passant, der das Feuer und die schreienden Kinder bemerkte, rannte in das Haus und trat die Wohnungstür ein. Dadurch konnten die Kinder gerettet werden. Das Haus ist vorübergehend durch den Brand und Löschwasserschäden unbewohnbar. Der Sachschaden wird hier auf mindestens 100.000 Euro geschätzt. Ca. 25 Hausbewohner wurden auf Veranlassung der Stadt Friedberg vorläufig in einem benachbarten Hotel untergebracht. Bei diesem Brand waren ca. 130 Einsatzkräfte der Feuerwehren und Rettungsdienste im Einsatz. Auch hier wurden zwei zusätzliche Drehleitern der Feuerwehren zur Brandbekämpfung eingesetzt.

Brand-Experten der Polizei sind in die Ermittlungen eingeschaltet.

 
Blick auf die Einsatzstelle in der Hanauer Straße: Im Einsatz waren hier die umliegenden Feuerwehren aus Florstadt, Wöllstadt und Bad Nauheim. Die Drehleiterfahrzeuge kamen aus Karben und Nidda.

 

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Feuerwehrmänner unter schwerem Atemschutz beginnen mit den Nachlöscharbeiten im Inneren des Dachstuhls. Durch den Brand ist das Haus zur Zeit nicht bewohnbar. Löschwasser wurde mit Industrie-Saugern aufgenommen.

 

Text: Pressemappe Polizei Wetterau-Friedberg
Bilder und Bildtexte: Alexander Hitz, Redaktion KFV-Wetterau.de